Musiktherapie mit pflegebedürftigen alten Menschen.

Warum ist der Einsatz von Musik in der Arbeit mit pflegebedürftigen alten Menschen sinnvoll?

Musik ist ein Teil des Alltags. Wir nutzen sie als Begleitung bei der Arbeit oder als Hilfe um in eine gute, entspannte oder auch lebendige und angeregte Stimmung zu kommen.
In diesem Sinne versuchen wir in der Altenpflege für die Bewohner Musik bereit zu stellen, die ihre persönlichen Vorlieben widerspiegelt und die einen vertrauten Rahmen schafft, in dem sie sich in ihrer musikalischen Lebenserfahrung wieder erkennen. Dies ist besonders für die ältere Generation hilfreich, deren Lebenszusammenhänge sich zunehmend auflösen oder umbilden. Musik als Begleiter im Alltag ist eine Möglichkeit, dem Lebensumfeld eine vertraute Signatur zu geben, damit wir uns besser aufgehoben fühlen.
Natürlich ist Musik nicht nur für den alternden Menschen wichtig. Sie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur und Lebensgestaltung. Fast jeder Mensch kennt Musikstücke, die er besonders gerne hört, die in ihm Erinnerungen hervorbringen, ihn gar wohlige Schauer spüren lassen oder dazu verlocken sich im Rhythmus zu bewegen und in der Musik aufzugehen.

Wie kann der Musiktherapeut die Betreuung von pflegebedürftigen und von demenzerkrankten Menschen unterstützen?

Neben der Möglichkeit, den Lebensraum mit Musik vom Tonträger angenehm zu gestalten, bietet es sich an, auch das aktive Musizieren als Therapeutikum einzusetzen. Der Musiktherapeut nutzt seine Erfahrung, um über die Musik den Kontakt mit seinen Patienten aufzubauen und mit ihnen gemeinsam einen Handlungsspielraum herzustellen. In der Regel singen die Teilnehmer miteinander Lieder, die sie seit früher Kindheit kennen und lassen sich über das Spiel mit einfach zu handhabenden Rhythmusinstrumenten in das gemeinsame Spiel einbinden.
Demenzerkrankte, deren sprachliches Ausdrucksvermögen nachlässt oder verloren geht, gewinnen durch Musik einen Zugang zu verschütteten Erinnerungen. Eingeschliffene Melodien, Rhythmen und Bewegungen tragen zu einer Verbesserung des psychischen Wohlbefindens und Erinnerungsvermögens bei. Angst- und Verwirrungszustände können erheblich reduziert werden und der Kontakt über das gemeinsame Erinnern und die Gruppenerfahrung fördert die soziale Kompetenz. Durch Angstabbau verbessert sich die Kommunikationsfähigkeit, sprachliche Defizite sind in der Folge weniger ausgeprägt. Deshalb beobachten wir im Verlauf einer gelungenen Therapiestunde häufig eine gehobene Stimmung und eine Verbesserung der Orientierung im Hier und Jetzt.
So wird Musiktherapie zu einem integrativen Bestandteil in der Betreuung des hilfebedürftigen alten Menschen.